Was ist Growth Marketing und wie kann es meinem Unternehmen helfen?

Was ist Growth Marketing und wie kann es meinem Unternehmen helfen?

by Kai Reckers

Wer sich in den letzten Jahren in einschlägigen Bereichen des Internets und in Marketingagenturen umgehört hat wird sicherlich über den Begriff des Growth Marketing gestolpert sein, wird es doch von manchen als das „next-big-thing“ oder als Marketing 2.0 gepriesen.

Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff Growth Marketing? Was unterscheidet es von anderen Formen des Marketings? Ist es wirklich so gut wie alle behaupten oder nur ein weiteres Marketing-Buzzword? Und könnte es sich auch für dein Unternehmen lohnen?

Dies Fragen will ich dir mit diesem Blog möglichst kurz und übersichtlich erläutern, fangen wir an mit:

Was ist Growth Marketing?

Growth Marketing ist eine Form der Marketing-Optimierung, welche versucht, Kunden auf jeder Etappe des Kaufprozesses anzusprechen, um nachhaltige Kundenloyalität zu erzeugen, die das Wachstum des Unternehmens vorantreibt.

Es setzt auf datengetriebene Entscheidungen und verkürzte Innovationszyklen, um in Kombination mit verschiedenen, flexiblen Kampagnen schnell auf Trends reagieren zu können und gleichzeitig mit den erhobenen Daten die Nutzer-Erfahrung kontinuierlich zu verbessern.

Hierzu nutzt das Growth Marketing neben klassischer (Web-)Datenanalyse auch Methoden wie E-Mail-Marketing, A/B-Testing und SEO in großem Umfang, um seine Fragestellungen an die Nutzer-Erfahrung ständig zu verfeinern.

Wichtig: Growth Marketing und Growth Hacking sind nicht dasselbe, auch wenn sie gerne synonym verwendet werden. Zwar sind beide auf Wachstum ausgelegt und bedienen sich teils ähnlicher Methoden, allerdings ist Growth Marketing strategisch langfristig, datengetrieben und nachhaltig, mit einem Fokus auf Kundenbindung, während Growth Hacking auf schnelles, aggressives Wachstum ausgelegt ist, mit dem Ziel möglichst schnell Profite zu maximieren.

Was Growth Marketing anders macht – Unterschiede zu traditionellem und Digital Marketing

Die Unterschiede zwischen Growth Marketing und anderen Formen des Marketing sind zahlreicher als es auf den ersten Blick scheint, allerdings gibt es drei Aspekte, die besonders herausstechen. Doch um diese richtig zu verstehen, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, welche Ziele im Marketing üblicherweise verfolgt werden und wie diese erreicht werden sollen.

Das Konzept eines Marketing-Trichters oder (englisch) Funnels zur Darstellung des Kaufprozesses ist jedem Marketer in irgendeiner Form bekannt. Je nach Ansatz gibt es zig Möglichkeiten, diesen Trichter darzustellen, doch meist stehen ganz oben Aufmerksamkeit und Interesse bzw. Akquisition. Hier setzen traditionelles und Digitales Marketing an: Der primäre Zweck der Werbekampagne ist es Menschen auf das Unternehmen, die Marke oder ein Produkt aufmerksam zu machen und ein Interesse bzw. ein Bedürfnis in den Kunden zu wecken, um sie durch die sprichwörtliche Tür zu bringen.

Ein typischer Marketingfunnel

Hierbei werden oft verschiedene Kanäle im Zuge derselben Marketingkampagne bespielt, aber nicht immer mit einer einheitlichen Strategie, um sie optimal zu nutzen. Oft findet noch Marketing im Silo statt.

Im Traditionellen Marketing sind dies Kanäle wie Fernseh- und Radiowerbung, Anzeigen in Zeitungen und Magazinen, große Outdoor-Werbetafeln, Prospekte und (Fach-)Messen und noch viele weitere, während sich das Digital Marketing auf die Online-Werbekanäle, wie z. B. Social Media, SEA, Push- und In-App-Nachrichten, E-Mail-Newsletter usw. konzentriert.

Diese Kampagnen laufen oft nach einem „fire-and-forget“-Prinzip: sobald sie geschaltet sind, werden sie nicht mehr verändert und laufen bis ihr Budget verbraucht ist. Unter Umständen werden Erkenntnisse aus diesen Kampagnen für künftige genutzt, was allerdings nicht selbstverständlich ist, da sich, vor allem im traditionellen Marketing, verlässliche Daten nur mühsam erheben lassen.

Growth Marketing arbeitet hier deutlich anders: statt sich nur auf Markenbekanntheit und Kundenakquise zu fokussieren, versucht Growth Marketing, wie bereits erwähnt, den Kunden in jedem Schritt des Kaufprozesses und darüber hinaus zu begleiten und diesen kontinuierlich zu verbessern. Wie das im Detail funktioniert, schauen wir uns gleich noch an.

Ziel ist es nicht nur, mögliche Kunden auf unsere Website oder in unseren Shop zu bekommen, sondern sie langfristig zu binden und zu Fans und Markenbotschaftern zu machen.

Die vom Growth Marketing bespielten Marketingkanäle sind im Grunde dieselben wie beim Digital Marketing, doch werden sie anders genutzt. Zum einen wird die Werbung deutlich stärker dem bespielten Kanal angepasst, um die Stärken dieses Kanals voll auszunutzen, zum anderen ist sie deutlich flexibler, um schnell auf Trends zu reagieren, eine „fire-and-forget“-Herangehensweise gibt es hier nicht.

Der letzte wichtige Unterschied ist, dass Growth Marketing komplett Daten-getrieben ist, das bedeutet:

Keine Entscheidung wird ohne solide Datengrundlage getroffen.

Daten werden hierzu zweckgerichtet erhoben, um eine konkrete Fragestellung an die Website oder den Kunden zu beantworten, mit dem Ziel die Website oder User-Experience zu verbessern und gleichzeitig als Sprungbrett für weitere Fragen zu dienen, um idealerweise einen Kreislauf aus Fragen, Testen und implementieren von Verbesserungen aufzubauen.

Growth Marketing versucht, durch einen reaktionsfähigen, flexiblen und datengesteuerten Marketing-Ansatz die Effektivität des Marketings zu maximieren, indem es über traditionelle Methoden hinausgeht und alle ihr zur Verfügung stehenden Kanäle möglichst effektiv nutzt, um das Wachstum des Unternehmens zu unterstützen. Es wird versucht, jeden Aspekt des Kaufprozesses zu optimieren.

Richtig angewendet lassen sich so fantastische Erfolge erzielen, allerdings ist diese Arbeitsweise sehr zeitaufwändig und erfordert eine gewisse Expertise, fehlen diese wirkt es sich spürbar auf die Ergebnisse aus.

Schlüsselaspekte des Growth Marketings

Es gibt eine Handvoll Schlüsselaspekte, welche das Growth Marketing kennzeichnen, zwei davon habe ich bereits weiter oben beschrieben:

  • Flexibilität und Reaktionsfähigkeit: In der Praxis bedeutet dies, in erster Linie kurze Werbekampagnen zu fahren, mit viel Zeit diese im Nachhinein zu analysieren. Außerdem bedeutet es, basierend auf Feedback und der Analyse anderer Kampagnen immer wieder neue Ansätze zu testen und nicht immer nur dieselbe Art von Kampagne zu fahren, nur weil diese einmal gut funktioniert hat. Dies ist in erster Linie ein kreativer Prozess, welcher von den von dir erhobenen Daten gestützt und gelenkt wird.
  • A/B-Testing: Hierbei werden zwei – oder mehr – Versionen des Marketing Materials, z. B. eines Newsletters oder einer Push-Nachricht, herausgegeben und geprüft, welche Version zu mehr Conversions geführt hat, um darauf basierend das Marketing weiter zu verbessern.
    Diese Art des Experimentierens wird auch auf allen Teilen der Website angewendet, um so durch ständiges Testen die Seite immer ein wenig besser zu machen. Wichtig ist hierbei die Bereitschaft, potenziell alles zu ändern und dabei auch eigene Einschätzungen immer wieder zu hinterfragen. Zusammen mit klassischen Webanalyse-Tools wie z. B. Google Analytics 4 bildet es die beiden Stützen, um datengetrieben arbeiten zu können.
  • cross-channel und multi-channel Marketing: Hierzu werden dieselben Kanäle wie im Digital Marketing genutzt, allerdings wird versucht, die individuellen User der verschiedenen Kanäle und ihre bevorzugte Kommunikationsart mit einem Unternehmen zu verstehen. Diese Erkenntnisse finden dann als Teil einer holistischen Marketingstrategie Anwendung, um User auf allen Kanälen möglichst effektiv anzusprechen und Marketingressourcen richtig zu verteilen.
  • Ein allumfassenden Marketingansatz: Der wichtigste Aspekt des Growth Marketings, es handelt sich um einen Marketingansatz, an dem das gesamte Unternehmen teilhat.
    Die Marketingabteilung dient hierbei als zentraler Hub, in dem alle Daten aus verschiedenen Abteilungen zusammenlaufen. So können z. B. Kundenservice und Sales Erkenntnisse generieren, welche das Marketing nur umständlich bis gar nicht generieren könnte und diese gezielt nutzen und auch an andere Abteilungen innerhalb des Unternehmens weiterleiten. Hierfür ist eine gute und verlässliche Kommunikation zwischen den Abteilungen unabdingbar.

Kann Growth Marketing deinem Unternehmen helfen?

Growth Marketing kann grundsätzlich jedem Unternehmen helfen, wenn die dafür nötigen Strukturen geschaffen werden und es im gesamten Unternehmen den Willen zur Umsetzung gibt.

Prädestiniert sind hierfür meist kleinere, Technik-fokussierte Unternehmen und Start-Ups mit flachen Hierarchien und kurzen Kommunikationswegen, da so die benötigte Flexibilität und Schnelligkeit sichergestellt werden kann und die technische Infrastruktur oft schon in Teilen vorhanden ist.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass nicht auch gesetzte Mittelständler und Konzerne außerhalb der Tech-Branche profitieren können, hier braucht es mitunter etwas Unterstützung von außen, um die richtigen Dinge richtig zu tun.

Ob dies für dein Unternehmen der Fall ist, kannst du am besten selbst einschätzen. Wenn du aber bereit bist schon jetzt dein Online-Wachstum datenbasiert zu beschleunigen und noch kompetente Unterstützung bei der Implementierung brauchst, dann melde dich noch heute für ein kostenloses Erstgespräch bei uns!

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Kai Reckers

Der Webanalyse und Online-Marketing Consultant war bis 2024 Consultant und Performance-Experte bei Metrika und brachte ein breites Wissen aus Technik, Webanalyse, Marketing und vielen anderen Bereichen mit. Er bloggte zu allen Themen rund um Webanalyse und Online-Marketing, wenn er nicht grade unterwegs ist oder Zeit mit Freunden und Familie verbringt. LinkedIn

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