Ein echter Knaller

Community Connectors verbinden Data Studio mit allen Diensten

Darauf haben viele (wenn nicht alle) Data-Studio-Nutzer gewartet

by Maik Bruns

Ein echter Knaller

Community Connectors verbinden Data Studio mit allen Diensten

Darauf haben viele (wenn nicht alle) Data-Studio-Nutzer gewartet

by Maik Bruns

by Maik Bruns

Na, geht doch. Nachdem sich bei Google Data Studio in den letzten Monaten schon sehr viel getan hat, gab es jetzt mit den Community Connectors die Öffnung hinsichtlich anzuzapfender Datenquellen. Eine Wahnsinns-Erweiterung.

Google Data Studio ist die ernstzunehmende Reporting-Alternative für alle, die ein kostenloses Tool mit guten Visualisierungsmöglichkeiten brauchen. Überwiegend wurde Data Studio bislang als Datenverschönerer für Google Analytics gebraucht (die Visualisierungen dort, insbesondere die Dashboards sind einfach nicht mehr State of the Art). Doch auch native Anbindungen für AdWords, Search Console, SQL und BigQuery sowie YouTube Analytics und einige wenige andere gab es und sie waren bislang auch schon hilfreich.

Über Umwege ließen sich außerdem quasi alle weiteren Datenquellen „irgendwie“ ebenfalls berücksichtigen. Dabei ging es im Wesentlichen um Daten außerhalb des Google-Universums. Doch diese Umwege hießen: Google Tabellen oder Upload von Daten. Das bedeutete, wenn aus einem Drittanbieter-Tool Daten in Data Studio rein sollten, mussten diese entweder zunächst als CSV exportiert und im Anschluss direkt in Data Studio hochgeladen werden (mittels Upload-Funktion) – oder aber die Daten mussten in einer Google Tabelle geparkt werden, die wiederum von Data Studio nativ angezapft werden kann.

Kurzum: So richtig flexibel war das noch nicht. Irgendeine Krücke gab es immer.

Data Studio wird flexibel

Tweet mit Ankündigung der Community Connectors

Ein kleiner Tweet kündigt schon wieder ein dickes Update in Data Studio an

Doch Data Studio macht jetzt ernst und ein kleiner Tweet kündigte es am 6. September an: Denn für alle, die ernstzunehmend Marketing betreiben – und sich damit eben nicht nur im Google-Universum aufhalten – ist es oftmals wichtig, auch Daten von „außerhalb“ in Reports verwenden zu können – und zwar biddeschön ohne Umwege. Und dafür gibt es jetzt die …

Community Connectors

Was sind das? Im Grunde genommen nichts anderes als API-Abfragen an dein Lieblings-Tool, dessen Daten du anzapfen möchtest. Das ganze funktioniert auf Skript-Basis – davon bekommst du als Nutzer aber bei den vielen bereits zum Start vordefinierten Community Connectors nicht viel mit. Es ist also wie üblich in Data Studio: Klicken und gut.

Wenn du aber besondere Dienste abgreifen möchtest, die bislang noch keinen Community Connector haben, bedeutet das: Wenn du oder dein Lieblings-Programmierer euch mit Apps Scripts auskennt, könnt ihr euch eigene Konnektoren schaffen. Ich gehe aber mal davon aus, dass schon bald noch viel mehr Konnektoren vordefiniert verfügbar sein werden.

Community Connectors Galerie

Hier geht’s zur Galerie

Folgende sind zum Start verfügbar (hier zur Galerie)

  • Adform
  • Adobe Analytics
  • AdStage Data Connector
  • AdWords (Multi-Account)
  • Analytics Canvas
  • Bing Ads (was viele freuen wird, die dort Geld ausgeben)
  • CallRail: Calls Summary
  • data.world
  • DoubleClick Search
  • Facebook Ads (Yeah)
  • Facebook Insights (Yeah)
  • Facebook Public Data
  • Funnel
  • Google Analytics (Multi-Account und Multi-Segment! UND: Vermeidung von Sampling!)
  • Google Search Console
  • Instagram
  • LinkedIn Ads
  • MailChimp
  • Moz
  • Pinterest
  • Reddit
  • Stripe
  • Tumblr Public Data
  • Twitter Public Data
  • Twitter Ads
  • Vimeo
  • Yahoo Gemini
  • Yandex Metrica

Das liest sich schon recht gut. Weitere werden in Aussicht gestellt, etwa

  • LinkedIn Pages
  • Google+
  • SEMRush

Und dabei wird es sicherlich nicht bleiben …

So wendest du die Community Connectors an

Die Anbindung an Google Data Studio geschieht ziemlich einfach. Einfach in der Galerie stöbern, aussuchen, klicken, autorisieren (schließlich muss der Connector auf einen Dienst zugreifen) und im Anschluss kannst du die Datenquelle, wie jede andere auch, in Google Data Studio nutzen.

Community Connector autorisieren

Autorisieren muss sein

Aaaaber – what about da money?

Das dicke „Aber“ kommt noch. Die Community Connectors werden derzeit zum Großteil von Supermetrics bereitgestellt. Die machen das nicht aus Spaß an der Freude, sondern um mittelfristig Geld damit zu verdienen. Das heißt: Wenn du dir einen ihrer Community Connectors installierst, bekommst du zunächst eine Trial-Version („For the time being, you can try all the connectors for free, with no credit card required to start the trial. Prices will be specified later.“).

Sie – und du auch – sammeln dann Erfahrung, debuggen, verbessern und irgendwann wird der „Stecker gezogen“. Und um künftig Daten aus deinem Lieblingstool zu bekommen, wirst du wohl Geld zahlen müssen.

Für Professionals dürften das bezahlbare Werte sein. Zum Vergleich: Das wirklich sehr gute Supermetrics für Google Tabellen, das schon sehr viele Quellen anzapfen und in die Google Tabellen importieren kann, kostet bspw. in der Pro-Version knapp 44 €/Monat. Wie hoch der Preis für die Connectors wird, weiß ich nicht. Vermutlich wird ein einzelner Connector aber wohl günstiger werden. Für Enthusiasten könnte der Preis-Level trotzdem anstrengend werden. Naja, ist eben immer eine Frage der Zielgruppe. Wer reportet schon nur so zum Spaß? 🙂

Strategie vor Taktik

Kommen wir mal zum Ende. So langsam aber sicher wird Googles Data Studio immer interessanter.

Eines der größeren Hemmnisse beim Einsatz, nämlich die fehlende Verbindung zu beliebigen Tools ist gefallen. Und damit stellt sich Google mit Data Studio weiter selbstbewusst auf und tritt mittlerweile auch den großen Reporting- und BI-Tools auf die Füße. Wenn die Reports jetzt auch noch wesentlich interaktiver, mit mehr Visualisierungsmöglichkeiten und vielen anderen Features angereichert werden (ein paar Beispiele von angefragten Features kannst du hier sehen) und das Tool kostenlos bleibt – wovon ich ehrlich gesagt ausgehe – werden wir von Data Studio noch eine Menge hören.

Ich denke, dass Google Strategie hier lautet: Erstmal machen, auf das Publikum hören, Produkt verbessern und erweitern. Und das halte ich auch für die derzeit beste Möglichkeit. Das richtig dicke Knüllerfeature, was Data Studio von allen anderen abhebt, fehlt zwar. Aber durch das kostenlose Angebot kann man auch erstmal auf Knüller verzichten und stattdessen das Produkt mit seiner Community wachsen lassen.

Bei mir im Einsatz

Ich selber nutze Data Studio schon jetzt für viele Webanalyse-Reportings und tendiere dazu, das auszubauen. Ich scheue mich noch davor, einfach alles auf das „Pferd Data Studio“ zu setzen, zu ungewiss ist derzeit noch, was passiert, wenn Google sich überlegt, dass es vielleicht nicht genügend Menschen nutzen, es das Unternehmen zu viel kostet, nicht den erhofften Effekt hat usw. Und dabei eben nicht vergessen: Data Studio ist immer noch eine „Beta“-Version. Google hält sich also quasi die Möglichkeit offen, das Produkt einfach einzustampfen.

Was mich noch stärker von der Nutzung überzeugen könnte, wären beispielsweise mehr und detailreichere Visualisierungen, wie sie beispielsweise Tableau bietet (zum Beispiel farbig abgestufte Scatter-Diagramme) und das Mischen von verschiedenen Datenquellen innerhalb eines Charts (im Moment ist das eine 1:1-Beziehung zwischen exakt einer Datenquelle und einem Chart). Und natürlich fehlt einem ein stückweit die Interaktivität.

Bitte aber nicht falsch verstehen: Ich nutze Data Studio schon jetzt sehr gerne – sonst würde ich ja keine Seminare dazu anbieten – und mache das auch gerne für dich – aber es ist eben noch in der Entwicklung. Und damit bleibt es vorläufig ein wenig Wundertüte. Aber ich wünsche Data Studio auf jeden Fall eine weiterhin so sportliche Entwicklung. Ich habe das Gefühl, dass Google aktuell Spaß daran hat. Ob sie es für interne Reportings auch nutzen? 😉

Und ein Wunsch: Ich hoffe, dass Google hier nicht irgendwann so viel Tempo rausnimmt, dass das Produkt hinter anderen im Markt zurück bleibt. Im Moment ist Data Studio auf einem guten Weg.

Fazit

Eine super Sache. Endlich wird Data Studio flexibler in puncto Drittanbieter-Daten. Inwiefern wir dafür unser Portmonee bzw. unsere Kreditkarte zücken müssen, bleibt noch etwas abzuwarten. Aber Fakt ist: Jetzt kann endlich reportet werden, bis der Arzt kommt.

Links rund um Community Connectors

Maik Bruns

Gründer und Inhaber bei Metrika e. K.
Der Ex-SEO ist seit Jahren der Webanalyse mit Google Analytics und dem Google Tag Manager stark verbunden.

Er schreibt und bloggt zu diesen Themen, wenn er nicht gerade unterwegs oder bei seiner Familie ist und ist in verschiedenen sozialen Netzwerken zu finden. Er hostet den Podcast "Die Sendung mit der Metrik" und spricht außerdem zu Webanalyse- und SEO-Themen auf Konferenzen und gibt Seminare/Workshops zum Thema Google Analytics und Google Tag Manager.

Nebenbei fotografiert er leidenschaftlich gerne und hat mit Freeletics einen Sportnachfolger für Volleyball gefunden.

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Maik Bruns ist seit Jahren der Webanalyse mit Google Analytics und dem Google Tag Manager stark verbunden. Er schreibt und bloggt zu diesen Themen, wenn er nicht gerade unterwegs oder bei seiner Familie ist und ist in verschiedenen sozialen Netzwerken zu finden. Er spricht außerdem zu Webanalyse- und SEO-Themen auf Konferenzen und gibt Seminare/Workshops zum Thema Google Analytics und Google Tag Manager. Nebenbei fotografiert er leidenschaftlich gerne und hat mit Freeletics einen Sportnachfolger für Volleyball gefunden. Twitter Google+ LinkedIn XING

5 Comments

  1. Hallo Maik,
    ich habe auch mit Freude entdeckt, dass es nun den Connector gibt. Eine feine Sache.
    Ebenso wie Du, vermisse ich noch, dass es nur 1:1 Verbindungen bei der Datenquelle gibt.
    Aus meinem Umfeld höre ich auch nur Gutes über das Tool und es springen auch immer mehr auf.
    Von dem her denke/hoffe ich, dass es das Tool langfristig geben wird.
    Viele Grüße
    Martin

    • Hey Martin, schön dass wir da gleich ticken.
      Wie so oft kommt es natürlich auch bei Data Studio nicht auf das Tool an, sondern auf die Idee, die man damit visualisieren möchte. Das heißt: Je besser die Vorarbeit ist (KPI eruieren, Visualisierungsoptionen checken, …), desto besser funktioniert das Tool natürlich auch.
      Bleiben wir dran.

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